Erfahrungsberichte

Erfahrungsbericht von Frau Marianne N. (Patenmutter bei ALALAY seit Oktober 2000) zur Bolivienreise im September 2010

Auf einen Rat hin luden wir die Kinder von ALALAY zu einem Henderlessen ein, da wir nicht wussten, was wir für alle an Geschenken mitnehmen sollen. An diesem Abend waren wir auch mit unserem Patenkind im Gemeinschaftsraum zum gemeinsamen Essen eingeladen. Beim vorherigen Besichtigen des Kinderheimes sahen wir, dass unser Geld im Projekt gut angelgt wird und diese ehemaligen Straßenkinder unsere Hilfe einfach brauchen.

Die Kinder sind sehr aufgeschlossen gegenüber fremden Personen, haben sie doch sehr viel mit Freiwilligen aus der ganzen Welt zu tun. Man merkt aber, dass sie streng erzogen werden, sonst würde ein Zusammenleben von so vielen Kindern nicht funktionieren.

Ich habe beim Betreten des Gemeinschaftsraumes sofort gespürt, wie wichtig für die Kinder und jungen Erwachsenen der Bezug zu den Pateneltern ist. Mindestens 10 Kinder auf einmal fragten uns, ob wir ihre Pateneltern kennen und wie sie denn so seien. In diesem Augenblick wurde mir bewusst, welchen Stellenwert die Pateneltern bei den Kindern haben.

Der Kontakt über Briefe ist für die Kinder immens wichtig, weil sie nur so glauben können, dass sich am anderen Ende der Welt jemand um sie sorgt. Durch solche Lebenszeichen merken die Kinder: Ich bin meinen Pateneltern nicht egal!
Ich bekam beim gemeinsamen Essen ein richtig schlechtes Gefühl, weil wir zwar unsere Patenschaftspflichten Jahr für Jahr erfüllen, jedoch viel zu wenig den persönlichen Kontakt mit unserem Patenkind gesucht haben. Wir haben die Möglichkeit genutzt und in der kurzen Zeit, die wir im Kinderdorf verbracht haben, unser Patenkind näher kennenzulernen.

Zuhause merkten wir, dass man beim Erklären der Bilder niemals das wiedergegeben kann, was man dort sieht, hört, riecht und fühlt. Man kann die Eindrücke nicht oder nur schwer über Worte und Bilder transportieren. Auch wenn die Armut des Landes schon einen tiefen Eindruck hinterlässt, so hinterlässt das glückliche Kinderlächeln der ALALAY Kinder noch einen viel tieferen Eindruck. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die den Kindern aber schon sehr helfen.

Wir waren 4 Wochen in Bolivien und 2 Wochen in Peru. In der gesamten Zeit haben wir nur wenige Kinder schreien hören. Diejenigen, die sich um die Kinder kümmern können, machen es sehr fürsorglich, ruhig und gelassen. Sie tragen die Kinder lange und überall mithin, stehen Stunden an den kleinen Verkaufsständen um so ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Da können wir uns noch viel abschauen!

Durch diese Erfahrung hat das Land Bolivien, das Projekt ALALAY sowie mein Patenkind einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die Reise hat mich tief geprägt und den materiellen Dingen in unserer Kultur eine neue Wertigkeit verliehen.




Pate werden ist ganz einfach...
... und eine wunderbare Erfahrung! Mit relativ wenig kann man so viel bewirken. Mehr Infos unter "Patenschaft & Spenden".



Tipp:
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